gedanken…

für mich war klar, wenn ich wieder arbeiten gehe, dann so einen job, bei dem ich nach feierabend feierabend hab. ich hätte (noch) nicht wieder an meine alte stelle vor fröschi zurück gekonnt – meinerseits (gewollt hätten die mich schon sehr gerne). es gab damals kolleginnen, die teilzeit gearbeitet haben. das mag in der telefonzentrale, in der buchhaltung oder im archiv gut möglich sein. im verkauf fand ich es unmöglich. die mädels sind um kurz vor 12 ab (kind aus kindergarten abholen), egal was noch an arbeit dalag. fand ich damals unmöglich – vorallem, wenn mittags dann kunden anriefen und kein mensch in der abteilung was wußte, weil kollegin xy ja nur vormittags arbeitet. es haperte dann zusätzlich noch an der kommunikation…

so bin ich nicht. ich würde bleiben. bis alles geklärt wäre. jeden tag. und jeden tag einen anschiss vom kindergarten bekommen. deshalb bin ich nicht in meinen erlernten beruf zurück, sondern sitze im supermarkt an der kasse. leichte kost – denkt man im ersten moment. ist es aber nicht…. oder was würden sie so denken:

  • wenn ein sehr dünnes mädel sich milchschnitten, muffins und cola kauft (sehr viel von allem übrigens)?
  • wenn abends kurz vor 10 eine sehr junge mutter eine dose milchnahrung und eine flasche wodka kauft?
  • wenn unter der woche abends kurz vor 10 der wocheneinkauf gemacht wird? mit nichtarbeitenden eltern und grundschulkindern?
  • wenn der alte mann sich 1 brötchen und wurst am verfallsdatum kauft und mit cent-münzen bezahlt und dabei sehr traurig schaut?
  • wenn auf dem band kleine flaschen wodka, kirschwasser oder rum liegen und man am geruch des kunden erkennt, dass die fläschchen den weg bis nachhause nicht schaffen?

so gibt es noch viele sachen, die mich auch nach meiner schicht beschäftigen und ich hab dann doch nicht feierabend wenn feierabend ist ….

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4 Kommentare zu “gedanken…

  1. ich hatte das vom letzen arbeits-intermezzo einfach vergessen. das legt sich aber nach ein paar wochen wieder. so war es zumindest beim letzten mal.

    vielen dank für eure kommentare. es hilft manchmal ja schon darüber zu schreiben.

    lg
    steffi

  2. Hallo Steffi,
    mir ist es vor Jahren ähnlich ergangen wie Dir. Ich hatte nach dem zweiten Kind wieder angefangen zu arbeiten und habe alles, was man mir erzählt hat, mit nach Hause geschleppt. Ich hatte das Gefühl, alle wollten mir nur ihr Leid klagen und ich bekam es nicht verdaut. Ich habe nach wenigen Monaten meinen heiß geliebten Job und Beruf (ich war Programmiererin bei einer Versicherung) an den Nagel gehängt, weil ich einfach nicht mehr mit Familie, Haushalt, Beruf und sämtlichen Problemen der Welt klar kam. Glaube mir, ich habe lange daran geknabbert. Mittlerweile habe ich mir wieder einen einfachen Bürojob gesucht und bin recht glücklich damit, ich versuche meinen Weg zu gehen und nicht immer nach rechts und links zu gucken (auch wenn`s schwer fällt).

    Liebe Grüße
    Mary

  3. Es ist nicht immer leicht. Anabel hat aber recht: Das ist in jedem Job so, in dem man es mit Menschen zu tun hat, egal, ob Kunden oder Kollegen. Ich sehe das auch häufig, sehe Kollegen, die sehr krank sind, die sich mit dem Hausbau übernommen haben etc. Ich rieche bei dem ein oder anderen die Fahne, weiß, dass dieser oder jener einst ein Kind hatte, welches starb… Das nehme ich auch mit nach Hause.
    Ich glaube, es liegt nicht am Job, sondern an jedem selbst, wie nah einem das Erlebte geht.

  4. So ist es, wenn man einen Job hat, in dem man mit Menschen zu tun hat.
    Aber denken Sie nicht zu viel nach… Vielleicht ist der alte Mann in Wirklichkeit wohlhabend und knausert aus Spaß. Hab ich alles schon erlebt. Die junge Mutter könnte die Flasche Wodka jemandem zum Geburtstag schenken und das dünne Mädel hat vielleicht gerade beschlossen, den Schlankheitswahn über Bord zu werfen und sich ab heute mal was zu gönnen.

    Das KÖNNTE ja immerhin alles möglich sein. Es reicht, hin und wieder, mal ein winziges gutes Werk zu tun. Und ansonsten ist es Kunst genug, das eigene Leben irgendwie zu meistern.
    Oder?

    Liebe Grüße

    anabel

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